Die VHS befasst sich mit Israel 10.11.2017 AN

Interessanter Artikel der Aachener Nachrichten – Stadt

Die VHS befasst sich mit Israel
Die Geschichte Israels , das deutsch-israelische Verhältnis und weitere Aspekte aus dem Nahen Osten sind Thema von Ausstellung und Vorträgen

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10.11.2017

Die VHS befasst sich mit Israel

Die Geschichte Israels , das deutsch-israelische Verhältnis und weitere Aspekte aus dem Nahen Osten sind Thema von Ausstellung und Vorträgen

Von Martina Stöhr

Aachen. „Israel wird nicht aufhören, danach zu streben, mit seinen Nachbarn in Frieden zu leben“, sagte Rogel Rachmann, Gesandter des Botschaftsrats der Botschaft des Staates Israel, als jetzt die Ausstellung zu den fünf historischen Jahrestagen, die Israel in diesem Jahr feiert, eröffnet wurde. Er zeichnete das Bild einer High-Tech-Nation, in der Dörfer zu Metropolen geworden seien. „Wir sind stolz auf unsere Errungenschaften“, betonte er, bevor Dr. Michael Kreutz, Politikwissenschaftler und Orientalist, im Vortrag auf die schwierige Geschichte Israels einging.

Wichtig war ihm der Blick auf die „Balfour-Deklaration“: Vor 100 Jahren, am 2. November 1917, befürwortete der britische Außenminister Balfour ausdrücklich die Ansiedlung von Juden in Palästina im Sinne der Schaffung einer „jüdischen Heimstätte“. Diese Erklärung der Briten habe immer wieder für Kritik gesorgt. Laut Kritikern ist sie demnach nicht mehr als ein Ausdruck des „westlichen imperialen Kolonialismus“. Mit dem Zerfall des Osmanischen Reichs galt es, den Nahen Osten neu zu strukturieren. „Die westlichen Mächte haben versucht, die Auflösung in geordnete Bahnen zu lenken“, so Kreutz. Er sieht in der Balfour-Deklaration „ein feines Stück britischer Diplomatie“. Seine Ausführungen machten deutlich, wie kompliziert die Situation im Nahen Osten damals war und noch heute ist. Israel als Alleinschuldigen für den Nahost-Konflikt zu verdammen, sei nicht richtig, meinten alle Redner einhellig.

„Frieden mit den Nachbarn“

„Der Nahe Osten ist instabil“, hatte auch Rachmann betont und verwies unter anderem auf die Gefahr des fundamentalen Terrorismus. „Wir wollen Frieden vor allem mit unseren palästinensischen Nachbarn“, sagte er weiter und verwies auf das Zwei-Staaten-Konzept als wünschenswerte Lösung. Das Interesse an diesem Vortragsabend mit Ausstellungseröffnung war groß: Auch Oberbürgermeister Marcel Philipp war gekommen, um die Gäste willkommen zu heißen. „Die Ausstellung ist eine Fundgrube des Wissens“, sagte er. Es lohne sich, genau hinzuschauen. Jörg Lindemann, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen, sieht in den fünf Jahrestagen des Staates Israel gute Gründe, um zu feiern. Sein Dank galt all jenen, die die Ausstellung, die Vortragsreihe und auch die Filme zum Thema im Apollo möglich gemacht haben.

Jahrestage sind Grund zum Feiern

Die fünf Jahrestage geben einen Überblick über die Geschichte Israels. Vor 120 Jahren fand der erste Zionistenkongress statt, bei dem die „Schaffung einer Heimstätte für Juden“ als Ziel formuliert wurde. Die Balfour-Erklärung wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Vor 70 Jahren nahm die UN-Generalversammlung eine Resolution an, die eine Teilung des britischen Mandatsgebiets in einen jüdischen und einen arabischen Teil vorsah. Diese Zwei-Staaten-Lösung wurde von den Arabern zum Teil nie akzeptiert. Gleich nach der Ausrufung des Staates Israel 1948 wurde Israel vom Irak und von Saudi-Arabien angegriffen. Vor 50 Jahren, am 5. Juni 1967, beginnt der Sechs-Tage-Krieg, bei dem Israel seine Grenzen gegen arabische Truppen verteidigt. Am 19. November 1977, hält der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat seine historische Rede und erkennt als erster arabischer Staatschef das Existenzrecht Israels an.

Die Ausstellung in der VHS zeichnet die Geschichte Israels nach. Sie kann bis zum 22. Dezember besucht werden. Darüber hinaus werden bei Vorträgen verschiedene Aspekte des Staates beleuchtet. Dabei geht es auch um das deutsch-jüdische Verhältnis und um die „unheimliche Popularität“ der Israelkritik. Zudem gibt es im Apollo eine Filmreihe zum Thema. Gezeigt werden Filme wie „Bilder finden“, „München“, „Null Motivation – Willkommen in der Armee“ und „90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden“. Sie beschäftigen sich mit dem schwierigen geo-politischen Kontext Israels und seinem Verhältnis zu den arabischen Bewohnern im ehemaligen britischen Mandatsgebiet.