5 historische Jahrestage AZ 9.11.2017

Von: Martina Stöhr

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Sind von der „Fundgrube des Wissens“ begeistert: (von links) Dr. Karl Thönnissen, Dr. Michael Kreutz, Rogel Rachmann, Jörg Lindemann, OB Marcel Philipp und Dr. Beate Blüggel. Foto: Heike Lachmann
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Jörg Lindemann, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen, sieht in den fünf Jahrestagen des Staates Israel fünf gute Gründe, um zu feiern. Foto: dpa

Aachen. „Israel wird nicht aufhören, danach zu streben, mit seinen Nachbarn in Frieden zu leben“, sagte Rogel Rachmann, Gesandter des Botschaftsrats der Botschaft des Staates Israel, als jetzt die Ausstellung zu den fünf historischen Jahrestagen, die Israel in diesem Jahr feiert, eröffnet wurde.

 

Israel sei die einzige Demokratie im Nahen Osten und geprägt auch durch eine große, religiöse Vielfalt, sagte er und zeichnete das Bild einer „High-Tech-Nation“, deren kleine Dörfer in den vergangenen Jahren zu Metropolen geworden seien.

Dr. Michael Kreutz, Politikwissenschaftler und Orientalist, richtete in einem Vortrag sein Augenmerk auf die schwierige Geschichte Israels. Wichtig war ihm dabei vor allem der Blick auf die umstrittene „Balfour-Deklaration“: Vor 100 Jahren, am 2. November 1917, befürworte der britische Außenminister Arthur James Balfour, ausdrücklich die Ansiedlung von Juden in Palästina im Sinne der Schaffung einer „jüdischen Heimstätte“.

Seine Betrachtungen dienen als Puzzlestück, um den Nahost-Konflikt besser zu verstehen. Israel als Alleinschuldigen für den Nahost-Konflikt zu verdammen, sei nicht richtig, meinten alle Redner einhellig.

„Der Nahe Osten ist instabil“, hatte auch Rachmann eingangs betont und verwies unter anderem auf die Gefahr des fundamentalen Terrorismus. „Wir wollen Frieden vor allem mit unseren palästinensischen Nachbarn“, sagte er weiter und verwies auf das Zwei-Staaten-Konzept als wünschenswerte Lösung.

Das Interesse an diesem ersten Vortragsabend mit gleichzeitiger Ausstellungseröffnung war sehr groß: Auch Bürgermeister Marcel Philipp war gekommen, um die Gäste willkommen zu heißen. „Die Ausstellung ist eine Fundgrube des Wissens“, sagte er.

Und Jörg Lindemann, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen, sieht in den fünf Jahrestagen des Staates Israel fünf gute Gründe, um zu feiern. Sein ausdrücklicher Dank galt all jenen, die die Ausstellung, die Vortragsreihe und auch die Filme zum Thema im Apollo möglich gemacht haben.

Zwei-Staaten-Lösung nur zum Teil akzeptiert

Die fünf Jahrestage geben einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Staates Israel. Vor 120 Jahren fand der erste Zionistenkongress statt, bei dem erstmals die „Schaffung einer Heimstätte für Juden“ als Ziel formuliert wurde. Die Balfour-Erklärung wird in diesem Jahr 100 Jahre alt.

Vor 70 Jahren nahm die UN-Generalversammlung eine Resolution an, die eine Teilung des britischen Mandatsgebiets in einen jüdischen und einen arabischen Teil vorsah. Diese Zwei-Staaten-Lösung wurde von den Arabern zum Teil nie akzeptiert.

Die Ausstellung im Forum der Volkshochschule (VHS) an der Peterstraße zeichnet die Geschichte Israels bis in die Gegenwart nach. Sie kann noch bis zum 22. Dezember besucht werden. Darüber hinaus werden bei weiteren Vorträgen in der VHS verschiedene Aspekte des Staates Israel beleuchtet. Dabei geht es unter anderem um das schwierige deutsch-jüdische Verhältnis und um die „unheimliche Popularität der Israelkritik“.

Zudem gibt es im Apollo eine ergänzende Filmreihe zum Thema Israel. Gezeigt werden Filme wie „Bilder finden“, „München“, „Null Motivation – Willkommen in der Armee“ und „90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden“. Sie beschäftigen sich mit dem schwierigen geo-politischen Kontext Israels und seinem Verhältnis zu den arabischen Bewohnern im ehemaligen britischen Mandatsgebiet.