Vorträge in Kooperation DIG Aachen / VHS Aachen 2019 1. Halbjahr

Frieden aus Wahrheit – Eine Perspektive für den Nahen Osten
Die Reihe, zu der außerdem fünf Filme im cineVHS gehören, ist eine Kooperation der Volkshochschule Aachen und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen.
Programmplanung: Dr. Karl Thönnissen
Die Propaganda-Schau „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“,
deren Macherinnen sich ausdrücklich dazu bekennen, keine „beide Seiten gleichermaßen würdigende Ausstellung“, sondern einseitig das »palästinensische Narrativ« zu verbreiten, tourt unaufhörlich durchs Land und macht Stimmung gegen Israel. Vor allem Kirchengemeinden und Friedensbewegte lassen sich nur zu gerne von der durchsichtigen Mär moralisch erheben, dass aus den Nachfahren der Opfer der eigenen Väter- und Großvätergeneration nun selbst Täter geworden sind, die die Palästinenser genauso schlimm behandeln wie die Nazis damals die Juden.
Wenn der Antisemitismus das Gerücht über die Juden ist, wie Adorno sagte, dann ist der Antizionismus heute ein Gespinst von Lügen, Fake-News, Propaganda und Häme gegen Israel, an dem täglich und mit missionarischem Eifer Medienleute, Politiker, Klerikale und NGOs unter palästinensischer Anleitung wirken, unbekümmert der traurigen Tatsache, dass ihre „Israel-Kritik“ noch niemanden in Gaza und Westbank vor dem Terror und der Unterdrückung durch Hamas und PLO bewahrt oder die Menschen der Region dem Frieden einen Zentimeter näher gebracht hat.
Damit Frieden möglich wird, muss aber der religiös, ideologisch oder rassistisch begründete Hass zwingend überwunden und durch die Einsicht ersetzt werden, dass nur aus einem um Wahrheit bemühten Umgang mit der Geschichte und den politischen, geographischen und ökonomischen Verhältnissen eine tragfähige friedliche Lösung erwachsen kann.

Jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern
Ausstellung der Israelischen Botschaft
Die Ausstellung dokumentiert das Schicksal der 850 000 Juden in arabischen Ländern und dem Iran, die nach der Staatsgründung Israels aus ihren Heimatländern vertrieben wurden. Dabei bestand beispielsweise die jüdische Gemeinde im Irak seit mehr als 2 500 Jahren und war nicht nur als Wiege des Babylonischen Talmud lange ein kulturelles Zentrum des Judentums. Diese alte Gemeinde wurde im Zuge der Staatsgründung Israels von der irakischen Regierung diskriminiert, von den Medien angegriffen und von der Justiz aus politischen Gründen verfolgt. Schließlich, nachdem es zu Anschlägen gegen jüdische Einrichtungen gekommen war, wurden diejenigen Juden, die sich für eine Auswanderung nach Israel registriert hatten, enteignet, ausgebürgert und ausgewiesen. So oder ähnlich erging es den Juden in allen islamischen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Ein Menschheitsverbrechen, das damals, wenige Jahre nach dem Holocaust, keine internationale Empörung auslöste und das heute neben den dauerpräsenten palästinensischen „Flüchtlingen”, die unter einer beispiellosen internationalen Alimentierung jährlich mehr werden, fast vergessen ist.
191-01000
9. April bis 31. Mai 2019
VHS, Peterstraße 21–25, Forum

Ausstellungseröffnung     191-01001
9. April 2019 Di 19 Uhr
VHS, Peterstraße 21–25, Forum

Der neu-deutsche Antisemit: Gehören Juden heute zu Deutschland?
Eine persönliche Analyse
Lesung
Gerade einmal drei Generationen sind seit der Shoah vergangen. Deutschland hat aus der Vergangenheit gelernt und stellt sich seiner Verantwortung für ein „Nie wieder“. Ist es wirklich so?
Arye Sharuz Shalicar hat mit deutschen Spitzenpolitikern, Journalisten, Polizisten, Soldaten, Akademikern und christlichen Pilgergruppen geredet und ist zu der bitteren Erkenntnis gelangt: Antisemitismus ist in Deutschland, nicht selten getarnt als „Israel–Kritik“, weiterhin tief verwurzelt. Sein Fazit: Juden gehören heute nicht selbstverständlich zu Deutschland.
Der in Göttingen geborene Sohn persischjüdischer Eltern kam mit 13 Jahren nach Berlin-Wedding, wo er monatelang von muslimischen Jugendlichen antisemitisch angegriffen wurde, bis er es schaffte, sich in ihre Parallelwelt zu integrieren und Teil der muslimischen Jugendbandenszene Berlins zu werden.
Nach Abitur und Wehrdienst wanderte er 2001 nach Israel aus, absolvierte seinen Pflichtdienst in der israelischen Armee und trat nach dem Studium an der Hebrew University Jerusalem (mit Auszeichnung) und einer Zeit im ARD-Studio Tel Aviv erneut in die Armee ein, wo er von 2009 bis 2016 als offizieller Sprecher bis in den Rang eines Majors aufstieg. Seit Anfang 2017 ist Shalicar Direktor für Auswärtige Angelegenheiten im Ministerium für Nachrichtendienste im Büro des israelischen Ministerpräsidenten.
Arye Sharuz Shalicar 191-01002
11. Februar 2019 (2 Ustd.)
Mo 19-20.30 Uhr • Kein Entgelt
Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde, Synagogenplatz
Einlass nur nach Anmeldung bei der Volkshochschule
Aachen bis spätestens 8. Februar 2019!
Aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen kann es beim Einlass zu Wartezeiten kommen. Sie werden deshalb gebeten, frühzeitig zu erscheinen und Ihren Personalausweis bereitzuhalten. Bitte führen Sie keine größeren Taschen oder Rucksäcke mit sich, da deren Kontrolle sehr zeitaufwändig ist und den Einlass verzögert!

„Wegen Auschwitz in der Politik”
– Die deutsche Linke, Israel und das iranische Regime
Vortrag
Der Politikwissenschaftler und Publizist Stephan Grigat unterrichtete an den Universitäten Wien, Graz, Gießen, Potsdam und Jerusalem und schreibt für Tagesspiegel, Zeit, Frankfurter Rundschau, Cicero Online, Neue Zürcher Zeitung, Basler Zeitung, Der Standard, Die Presse, Salzburger Nachrichten und Wiener Zeitung.
Grigat analysiert die Israel-Politik linker Parteien kritisch, er sieht den Antisemitismus aber auch als essenziellen Bestandteil der islamistischen Ideologie. Die größte antisemitische Bedrohung stellt aus seiner Sicht derzeit das iranische Regime dar, für dessen Boykott er sich einsetzt. Er ist Mitbegründer der Kampagne Stop the Bomb, die vor den atomaren Aufrüstungsplänen des Iran warnt und von deutschen und österreichischen Unternehmen fordert, ihre Geschäftsbeziehungen mit dem Iran einzustellen.
Stephan Grigat 191-01003
14. März 2019 (2 Ustd.)
Do 19–20.30 Uhr • Kein Entgelt
VHS, Peterstraße 21–25, Forum

Das Verhältnis der Kirchen zum Staat Israel
Vortrag
Wie hat sich das Verhältnis zwischen Kirche(n) und Israel seit der ersten Einwanderungswelle am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt? Was hat sich mit der Staatsgründung 1948 verändert? Diese und andere Fragen werden im geschichtlichen Überblick thematisiert.
Es gibt viele Beispiele dafür, dass kirchliche oder kirchlich geförderte Organisationen gegen Israel aktiv sind oder sich entsprechend äußern. Zu nennen wären unter anderem Pax Christi, Brot für die Welt oder das Dokument „Kairos Palästina“. Ein aktuelles Beispiel ist zudem eine geplante Israelreise der Evangelischen Kirche im Rheinland, die vom Jüdischen Landesverband wegen einer antiisraelischen Handreichung abgesagt wurde. Außerdem soll der Vortrag darauf eingehen, wie kirchliche Vertreter auf kritische Fragen zu derlei Verhalten reagiert haben und welche Ursachen für dieses Verhalten bestehen. Neben den negativen Vorfällen gibt es auch Beispiele für Christen und kirchliche Initiativen, die sich an die Seite Israels stellen. Hierzu gehören etwa die Sächsischen Handwerker, die in ihrer Freizeit kostenlos Wohnungen von Holocaustüberlebenden renovieren. Oder Initiativen wie „Ebenezer“, eine Organisation, die Juden bei der Einwanderung nach Israel unterstützt.
Elisabeth Hausen arbeitet beim Christlischen Medienverbund KEP als Redakteurin für das Nachrichtenportal Israelnetz und hält Vorträge zum Judentum und zum Nahen Osten.
Elisabeth Hausen 191-01004
21. Mai 2019 (2 Ustd.)
Di 19–20.30 Uhr • Kein Entgelt
VHS, Peterstraße 21–25, Forum

Mythos „Nakba“ – Die Entstehung Israels, der arabische Antisemitismus und die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten
Vortrag
Nur wenige Stunden nach der Gründung Israels am 14. Mai 1948 überfielen Ägypten, Transjordanien, Syrien, der Libanon, Saudi-Arabien und der Irak den jüdischen Staat. Das erklärte Ziel der arabischen Allianz war die Vernichtung Israels, doch den israelischen Streitkräften gelang es, die gegnerischen Armeen zu schlagen. Im Zuge dessen, aber auch schon während des vorangegangenen arabischen Aufstands gegen das britische Mandat, verließen Hunderttausende palästinensische Araber das Land – infolge von Kriegshandlungen, vielfach jedoch auch auf Geheiß der arabischen Staaten, die freie Bahn für ihren Angriff haben wollten und die baldige Rückkehr nach der Zerstörung Israels versprachen.
Gleichwohl vertritt die palästinensische Seite bis heute die Position, dass die Gründung des jüdischen Staates eine „Nakba“, also eine Katastrophe gewesen sei und dass erst zionistische Milizen und danach die israelische Armee die palästinensischen Araber systematisch vertrieben hätten. Diese Sichtweise wird auch von den europäischen Sympathisanten der Palästinenser vertreten.
Der Vortrag wird sich dem Mythos „Nakba“ sowie weiteren Legenden im Zusammenhang mit der Gründung des Staates Israel widmen und prüfen, weshalb sie bis heute gepflegt werden, wie sich demgegenüber die Wirklichkeit darstellt und warum niemand ein Rückkehrrecht für die Hunderttausenden Juden fordert, die gleichzeitig aus den arabischen Staaten vertrieben wurden, in denen sie seit der Antike gelebt hatten.
Alex Feuerherdt ist freier Publizist. Er lebt in Köln und schreibt schwerpunktmäßig über den Nahen Osten und Fußball, u.a. für die Jüdische Allgemeine, die Jungle World, n-tv.de, Konkret, MENA-Watch und Audiatur Online. Außerdem ist er der Betreiber des Blogs Lizas Welt.
Alex Feuerherdt 191-01006
28. Mai 2019 (2 Ustd.)
Di 19–20.30 Uhr • Kein Entgelt
VHS, Peterstraße 21–25, Forum

Die Filmreihe im cineVHS
Back To The Fatherland
Operation Finale
The Green Prince
Schnee von gestern (Heye Shalom, Peter Schwarz)
The Dove Flyer (Farewell Baghdad)