Review Gerd Buurmann

Die Deutsch Israelische Gesellschaft Aachen e.V. dankt Gerd Buurmann für einen informativen, überaus aufschlussreichen und sehr engagierten Vortrag in der Aachener Volkshochschule zum Thema: „Der Nathankomplex – über das schwierige deutsch-jüdische Verhältnis“, am vergangenen Donnerstag, den 23. November 2017. Der Vortrag fand im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe zu Israels fünf historischen Jahrestagen statt. Gerd Buurmann ist es mit seiner gewinnenden Art gelungen, die Menschen im Publikum für die antisemitische Doppelmoral zu sensibilisieren, die zu einseitigen Verurteilungen des Staates Israel führt. Anschaulich und für jeden nachvollziehbar zeigte er, dass sich hinter dem Deckmantel der Israel-Kritik oft eine antisemitische Kampagne zur Dämonisierung des jüdischen Staates verbirgt, die dazu führt dass Israel an anderen Maßstäben als andere Staaten gemessen wird. Rhetorisch gut strukturiert und mit Hilfe schauspielerischer Einlagen, schaffte er es, dieses komplizierte Thema auf eine so eingängige und anschauliche Art und Weiser darzulegen, dass man in den Gesichtern seiner Zuhörer förmlich sehen konnte, wie sie von Buurmans Worten zum Nachdenken angeregt wurden.
(Der Vortrag kann auf der Internetseite der DIG Aachen e.V. auch angesehen werden: http://www.dig-aachen.de/…/der-nathankomplex-ueber-das-sch…/)
In diesem Zusammenhang auch noch mal ein herzliches Dankeschön an Dr. Michael Kreuz der die Teilnehmer unserer Vortragsreihe in ebenso bemerkenswerter Art auf viele wichtige historische Fakten aufmerksam gemacht hat, die vielen bis dahin unbekannt gewesen sind. (Seine beiden Vorträge sind ebenfalls auf unserer Internetseite zu sehen: 1. „Die Geschichte des Staates Israel Von der Balfour-Deklaration zu den Konfliktlinien der Gegenwart“: http://www.dig-aachen.de/videos-2/x/ . 2. „Die zionistische Bewegung im Kontext der Nationalbewegungen im osmanischen Reich“: http://www.dig-aachen.de/…/die-zionistische-bewegung-im-ko…/ .
Wir freuen uns auf unseren noch ausstehenden Vortrag von Alex Feuerherdt zum Thema „Die unheimliche Popularität der Israelkritik“, am 7. Dezember 2017 um 19 Uhr, im Forum der Aachener Volkhochschule, Peterstraße 21-25, sowie unsere noch ausstehenden Filmvorführungen im Aachener Apollo Kino (Pontstraße 141-149). Am 27. November um 20:15 Uhr zeigen wir den israelischen Film „Null Motivation,“ eine Komödie über die Absurditäten des Militärdienstes (der Film ist auf Hebräisch mit deutschen Untertiteln). Am 4. Dezember beginnt ebenfalls um 20:15 Uhr die israelisch-portugiesisch-deutsche Co-Produktion „90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden,“ eine Komödie über den Versuch den israelisch-palästinensischen Konflikt durch ein Fußballspiel zu lösen.
Wir danken allen unseren Kooperationspartnern, insbesondere der Aachener Volkshochschule und dem Apollo Kino.

Marc Neugröschel

Die VHS befasst sich mit Israel 10.11.2017 AN

Interessanter Artikel der Aachener Nachrichten – Stadt

Die VHS befasst sich mit Israel
Die Geschichte Israels , das deutsch-israelische Verhältnis und weitere Aspekte aus dem Nahen Osten sind Thema von Ausstellung und Vorträgen

Den Artikel finden Sie im ePaper unter:
https://epaper.zeitungsverlag-aachen.de/2.0/article/47a6079401

10.11.2017

Die VHS befasst sich mit Israel

Die Geschichte Israels , das deutsch-israelische Verhältnis und weitere Aspekte aus dem Nahen Osten sind Thema von Ausstellung und Vorträgen

Von Martina Stöhr

Aachen. „Israel wird nicht aufhören, danach zu streben, mit seinen Nachbarn in Frieden zu leben“, sagte Rogel Rachmann, Gesandter des Botschaftsrats der Botschaft des Staates Israel, als jetzt die Ausstellung zu den fünf historischen Jahrestagen, die Israel in diesem Jahr feiert, eröffnet wurde. Er zeichnete das Bild einer High-Tech-Nation, in der Dörfer zu Metropolen geworden seien. „Wir sind stolz auf unsere Errungenschaften“, betonte er, bevor Dr. Michael Kreutz, Politikwissenschaftler und Orientalist, im Vortrag auf die schwierige Geschichte Israels einging.

Wichtig war ihm der Blick auf die „Balfour-Deklaration“: Vor 100 Jahren, am 2. November 1917, befürwortete der britische Außenminister Balfour ausdrücklich die Ansiedlung von Juden in Palästina im Sinne der Schaffung einer „jüdischen Heimstätte“. Diese Erklärung der Briten habe immer wieder für Kritik gesorgt. Laut Kritikern ist sie demnach nicht mehr als ein Ausdruck des „westlichen imperialen Kolonialismus“. Mit dem Zerfall des Osmanischen Reichs galt es, den Nahen Osten neu zu strukturieren. „Die westlichen Mächte haben versucht, die Auflösung in geordnete Bahnen zu lenken“, so Kreutz. Er sieht in der Balfour-Deklaration „ein feines Stück britischer Diplomatie“. Seine Ausführungen machten deutlich, wie kompliziert die Situation im Nahen Osten damals war und noch heute ist. Israel als Alleinschuldigen für den Nahost-Konflikt zu verdammen, sei nicht richtig, meinten alle Redner einhellig.

„Frieden mit den Nachbarn“

„Der Nahe Osten ist instabil“, hatte auch Rachmann betont und verwies unter anderem auf die Gefahr des fundamentalen Terrorismus. „Wir wollen Frieden vor allem mit unseren palästinensischen Nachbarn“, sagte er weiter und verwies auf das Zwei-Staaten-Konzept als wünschenswerte Lösung. Das Interesse an diesem Vortragsabend mit Ausstellungseröffnung war groß: Auch Oberbürgermeister Marcel Philipp war gekommen, um die Gäste willkommen zu heißen. „Die Ausstellung ist eine Fundgrube des Wissens“, sagte er. Es lohne sich, genau hinzuschauen. Jörg Lindemann, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen, sieht in den fünf Jahrestagen des Staates Israel gute Gründe, um zu feiern. Sein Dank galt all jenen, die die Ausstellung, die Vortragsreihe und auch die Filme zum Thema im Apollo möglich gemacht haben.

Jahrestage sind Grund zum Feiern

Die fünf Jahrestage geben einen Überblick über die Geschichte Israels. Vor 120 Jahren fand der erste Zionistenkongress statt, bei dem die „Schaffung einer Heimstätte für Juden“ als Ziel formuliert wurde. Die Balfour-Erklärung wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Vor 70 Jahren nahm die UN-Generalversammlung eine Resolution an, die eine Teilung des britischen Mandatsgebiets in einen jüdischen und einen arabischen Teil vorsah. Diese Zwei-Staaten-Lösung wurde von den Arabern zum Teil nie akzeptiert. Gleich nach der Ausrufung des Staates Israel 1948 wurde Israel vom Irak und von Saudi-Arabien angegriffen. Vor 50 Jahren, am 5. Juni 1967, beginnt der Sechs-Tage-Krieg, bei dem Israel seine Grenzen gegen arabische Truppen verteidigt. Am 19. November 1977, hält der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat seine historische Rede und erkennt als erster arabischer Staatschef das Existenzrecht Israels an.

Die Ausstellung in der VHS zeichnet die Geschichte Israels nach. Sie kann bis zum 22. Dezember besucht werden. Darüber hinaus werden bei Vorträgen verschiedene Aspekte des Staates beleuchtet. Dabei geht es auch um das deutsch-jüdische Verhältnis und um die „unheimliche Popularität“ der Israelkritik. Zudem gibt es im Apollo eine Filmreihe zum Thema. Gezeigt werden Filme wie „Bilder finden“, „München“, „Null Motivation – Willkommen in der Armee“ und „90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden“. Sie beschäftigen sich mit dem schwierigen geo-politischen Kontext Israels und seinem Verhältnis zu den arabischen Bewohnern im ehemaligen britischen Mandatsgebiet.

Nachlese der Eröffnung der Ausstellung “Die Geschichte Israels” sowie des Vortrages “Von der Balfour-Deklaration zu den Konfliktlinien der Gegenwart”

Hier nur einige kurze Stichworte: Die Veranstaltung war sehr gut besucht, oder genauer gesagt, bis auf den letzten Platz gefüllt.
Die Reden waren kurz und prägnant, allen Redners sei an dieser Stelle gedankt.
http://www.dig-aachen.de/videos-2/eroeffnung-der-ausstellung-die-geschichte-israels-07-11-2017/

Der Vortrag von Herrn Dr. Kreutz war anspruchsvoll und brachte einige Aspekte, die selbst Personen, die die Geschehnisse relativ intensiv verfolgen, bis dahin nicht bzw. in einem anderen Zusammenhang bekannt waren. Es ist von Vorteil, Vorträge von Referenten zu hören, die, wie Dr. Kreutz, selber an den Quellen geforscht haben und so die Originale genauer kennen. Herzlichen Dank, Herr Dr. Kreutz.
Den Vortrag selber können Sie unter folgendem Link sehen
http://www.dig-aachen.de/videos-2/x/

Einige Bilder sehen Sie unter
http://www.dig-aachen.de/gallery/gallery-2017/erffnung-der-ausstellung-die-geschichte-israels-und-erster-vortrag-07-11-2017/

Die zionistische Bewegung im Kontext der Nationalbewegungen im osmanischen Reich

In Zusammenarbeit mit der VHS Aachen lädt die DIG Aachen e.V. zum einem zweiten Vortrag im Rahmen der Reihe “5 historische Jahrestage / Israel 2017” ein. 

Dienstag, 14. November 2017, 19 Uhr
Volkshochschule Aachen, Peterstraße 21–25, Forum
Vortrag • Dr. Michael Kreutz
Das heutige Israel mag eine „Villa im Dschungel?“(Ehud Barak) sein, doch betrachtet man seine Anfänge in der Region, zeigt sich, dass es sich keineswegs um den großen Sonderfall handelt, als der der jüdische Staat
so häufig gehandelt wird. Vielmehr fällt der aufkommende Zionismus in eine Zeit, als die gesamte Region in Bewegung geraten war und sich über einen mehr als hundert Jahre dauernden Prozess von der imperialen in eine nationalstaatliche Ordnung verwandelte, die auch kulturell zahlreiche Umbrüche zur Folge hatte. Diese Umbrüche bilden die Vorgeschichte sämtlicher Nationalbewegungen auf beiden Seiten des östlichen Mittelmeeres.

Eröffnung der Ausstellung “Die Geschichte Israels”

Dienstag, 7. November 2017, 19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung Die Geschichte Israels
durch
Oberbürgermeister Marcel Philipp, Herrn Rogel Rachman, Gesandter-Botschaftsrat der Botschaft des Staates Israel, und den Vorsitzenden der DIG Aachen, Herrn Jörg Lindemann
Volkshochschule Aachen, Peterstraße 21–25, Forum

19.30 Uhr Geschichte des Staates Israel
Von der Balfour-Deklaration zu den Konfliktlinien der Gegenwart
Vortrag • Dr. Michael Kreutz
Während Ägypten und andere Teile der Arabischen Welt um Unabhängigkeit rangen, trieb Chaim Weizmann (1874–1952), Führer der britischen Zionisten, das Projekt eines eigenständigen jüdischen Staates voran. Zur Zeit der Balfour-Deklaration von 1917, die die Schaffung „einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina“ mit Wohlwollen betrachtete, war der Nahe Osten längst zu einer Arena unterschiedlicher Mächte und divergierender Interessen geworden, die in geänderter Form bis heute fortleben und nichts an Schärfe verloren haben. Als Teil des Westens sieht Israel sich mit gegnerischen Kräften konfrontiert, die kaum weniger als eine völlige Neuordnung des Nahen Ostens anstreben, in der ein jüdischer Staat keinen Platz hat.
Dr. Michael Kreutz ist Politikwissenschaftler und Orientalist/ Islamwissenschaftler, sein Forschungsschwerpunkt sind Modernisierungsprozesse in vergleichender Hinsicht und speziell Geschichte, Politik, Sprachen und Kulturen der östlichen Mittelmeerwelt. Er ist Verfasser von drei Büchern über die Entstehung des heutigen Nahen
Ostens, nahöstliche Reformdenker und das Verhältnis von Religion und Politik in der Moderne sowie Mitherausgeber des Journal of Contemporary Antisemitism.
Volkshochschule Aachen, Peterstraße 21–25, Forum