So hetzte der „Goebbels der SED“ gegen Juden

Mit seinem „Schwarzen Kanal“ war Karl-Eduard von Schnitzler der übelste Propagandist des SED-Regimes. Und er war Antisemit. Einen anderen Schluss lassen seine hasserfüllten Kommentare nicht zu.

https://www.welt.de/geschichte/article192369135/Karl-Eduard-von-Schnitzler-So-hetzte-Goebbels-der-SED-gegen-Juden.html

4 Gedanken zu „So hetzte der „Goebbels der SED“ gegen Juden

  1. Ich möchte Ihnen versichern, dass der überwiegende Teil der damaligen DDR-Bevölkerung stets große Sympathien für Israel hegte und der offiziellen Propaganda keineswegs auf den Leim ging. Der Vergleich Goebbels/Schnitzler dieses Hetz-Artikels in der „Welt“ ist insofern hanebüchen, weil Schnitzler mit seiner Holzhammer-Propaganda niemals eine Massenwirksamkeit erzielen konnte. Im Gegenteil. Mein diesbezüglicher Kommentar wurde von der „Welt“ natürlich nicht veröffentlicht.
    Davon abgesehen, war die offizielle DDR in die von Moskau vorgegebene Blockpolitik eingebunden und hatte überhaupt keinen Spielraum zu einer eigenständigen Positionierung. Die Sowjetunion nutzte diesen Konflikt um im arabischen Raum geopolitisch Fuß zu fassen, was zur Folge hatte, das die Medien einseitig die arabische Sichtweise zu vermitteln hatten. Da machte Schnitzler keine Ausnahme. Handlungsantrieb waren Macht und Einfluss in den ölreichen Staaten und weniger Antisemitismus und schon gar nicht der exterminatorische Antisemitismus eines Dr. Goebbels.

  2. Dem wiederspreche ich energisch. Es ging mindestens der DDR Führung um die Vollendung der Shoa, begonnen von Hitler. Der Krieg 1967, an dem auch die DDR Führung beteiligt war. Wie auch der 1973 Yom Kippur Krieg war dies ein Krieg, wo es um die Existenz des Staates Israel und ihrer Bevölkerung ging. Der Wahlspruch lautete: Werft Sie (die Juden) ins Meer, es ging klar um die Vernichtung der Überlebenden der Shoa!. Die DDR Luftwaffe hat noch während des Krieges 1973 eigene Kampfflugzeuge nach Syrien entsandt, um den Angriffskrieg der Araber und des Ostblocks mit aktiver Unterstützung der DDR zu gewinnen. Wussten Sie, das in beiden Kriegen russische Kampfflieger in ägyptischen und syrischen Maschinen gegen Israel käpften? Ist Ihnen bekannt, dass PLO Terror Komandos in der DDR von der Stasi ausgebildet wurden, um u.a. Schulen und Busse in Israel anzugreifen und dies umegsetzt haben? Sollten Sie an der Beteiligung der DDR zur physischen Vernichtung von Juden zweifel haben, gehen sie mal in Israel ins Militärmuseum und schauen sie sich mal an, woher die Waffen kamen, mit denen Israel u.a. 1982 monatelang aus dem Libanon beschossen wurden? Sie werden dort regelmäßig auf den Aufdruck GDR stossen! Die DDR war ein antisemitischer Staat, der sich aktive an Kriegen und Morden an jüdischen Zivilisten beteiligt hat. Bitte hören Sie auf, die Vergangenheit schön zu färben, ich kenne die DDR noch von innen! Es war ein Verbrecherstaat, zu dessen Selbstverständnis der gewaltsame und mordende Antisemitismus gehörte!

  3. Alles klar. Deswegen war ja auch das höchste Machtorgan der DDR, das Politbüro, zeitweise bis zu 30% mit Menschen jüdischer Abstammung besetzt. Axen, Abusch, Norden, man kann sie gar nicht alle aufzählen. Und die hatten nichts besseres im Sinn als die Shoa zu vollenden? Quatsch!!! Die Gründung des Staates Israel 1947 ging wesentlich auf Stalin zurück. Die Sowjetunion war das erste (!) Land, das Israel anerkannte. Ein antisemitischer Akt? Die arabischen Staaten standen damals auf Seiten der Westmächte. Nachdem das Mandat Großbritanniens ausgelaufen war, ging die palästinensische Streitfrage an die Vereinten Nationen über, die eine Lösung finden mussten. Doch während Großbritannien die Idee der Errichtung eines unabhängigen jüdischen Staates nicht unterstützt hatte, stimmten die zwei Hauptmächte der Nachkriegsordnung, die Sowjetunion und die USA, für eine Zwei-Staaten-Lösung, die wiederum bei den Arabern auf starke Ablehnung stieß. Das Zerwürfnis begann mit Meinungsverschiedenheiten mit Golda Meir. In der Folgezeit geriet der Palästina-Konflikt immer mehr in das Spannungsfeld des Ost-West-Konflikts. Das hat etwas mit Geopolitik zu tun und nichts mit Antisemitismus.
    Die Satelliten Moskaus, und dazu zählt im besonderen Maße die DDR, hatten keinerlei (!) eigenständigen Spielraum, sondern mussten die Befehle Moskaus umsetzen.
    Man hätte die Welt gerne so schön schwarzweiß, ist sie aber leider nicht.
    Und soweit ich mich erinnere, hatte die DDR-Bevölkerung im Unterschied zur Führung, mich eingeschlossen, stets große Sympathien für Israel. Mich bedrückt es sehr, dass uns das auch noch abgesprochen werden soll.

  4. Erste einmal stelle ich fest, dass die Fakten, die ich genannt habe, von Ihnen nicht in Abrede gestellt werden!

    Nun zu Ihrem Kommentar:

    Deswegen war ja auch das höchste Machtorgan der DDR, das Politbüro, zeitweise bis zu 30% mit Menschen jüdischer Abstammung besetzt

    Das mag so sein, sind deshalb diese Personen pro Israel? Die Abstammung hat nichts mit der Frage zu tun, wie man zu Israel steht. Als Beispiel nenne ich Herrn Verleger, einer der lautesten jüdischen Kritiker Israel. Oder schauen sie sich einen Teil der streng orthodoxen Juden in Israel an, die den Staat Israel ablehnen? Als Arafat 1994 nach Israel kam, hatte er mindesten einen Rabbi in seinem „Kabinett“!

    Und die hatten nichts besseres im Sinn als die Shoa zu vollenden?

    Nochmals, die militärischen Fakten sind eindeutig, die SED hat es als ihre Aufgabe angesehen, den Staat Israel zu vernichten, und hat dies mir Waffenlieferungen und Ausbildung von PLO Terroristen versucht umzusetzen.

    Die Gründung des Staates Israel 1947 ging wesentlich auf Stalin zurück. Die Sowjetunion war das erste (!) Land, das Israel anerkannte.

    Woher kamen die Panzer und Flugzeuge, mit denen die Araber 1967, 1973 und 1982 gegen Israel kämpften? Zum Teil waren in den arabischen Maschinen 1967 und 1973 russische Piloten! Als Freundschaftsbeweis der UDDSR an Israel? Die Gründung Israels ist eine UN Entscheidung, keine der UDSSR! Stalin glaubte, Israel in seinen Einflussbereich bringen zu können in einer Zeit, in der Juden in der UDSSR erneut verfolgt wurden!

    Nachdem das Mandat Großbritanniens ausgelaufen war, ging die palästinensische Streitfrage an die Vereinten Nationen über, die eine Lösung finden mussten. Doch während Großbritannien die Idee der Errichtung eines unabhängigen jüdischen Staates nicht unterstützt hatte, stimmten die zwei Hauptmächte der Nachkriegsordnung, die Sowjetunion und die USA, für eine Zwei-Staaten-Lösung, die wiederum bei den Arabern auf starke Ablehnung stieß.

    Sorry, einfach historisch falsch. Das Mandat der UN (vormals des Völkerbundes) wurde von GB wahrgenommen, und lief erst ab, als sich GB am Tag vor der Gründung Israels zurückzog. Zudem hat GB nicht gegen die Gründung Israels in der UN gestimmt, sondern sich enthalten.

    Das Zerwürfnis begann mit Meinungsverschiedenheiten mit Golda Meir. In der Folgezeit geriet der Palästina-Konflikt immer mehr in das Spannungsfeld des Ost-West-Konflikts. Das hat etwas mit Geopolitik zu tun und nichts mit Antisemitismus.

    Wieder historisch falsch. Der offene Krieg begann nicht mit Golda Meir, sondern am Tag der Gründung Israels 1948. Die Araber haben den Teilungsplan der UN nie anerkannt, bis heute nicht!
    Der Kampfruf der Araber lautete: Werft die Juden ins Meer. Anführer der Araber war der Großmufti von Jerusalem, von dem niemand, der sich mit Ihm beschäftigt, auch nur einen Hauch von Zweifel hat, dass er ein aktiver Antisemit war. Er war u.a. für das Massaker in Hebron und weitere Greultaten gegen Juden schon vor 1939 zuständig. Er floh nach Deutschland, half Hitler bei der Aufstellung musslemischer SS Verbände auf dem Balkan und blieb Hitler und seinen Vasallen bis zum Kriegsende treu. Dann ging er zurück in den Nahen Osten, um aktiv den Krieg gegen Juden zu leiten!

    Die Satelliten Moskaus, und dazu zählt im besonderen Maße die DDR, hatten keinerlei (!) eigenständigen Spielraum, sondern mussten die Befehle Moskaus umsetzen.

    Diese Aussage ist umfassend falsch. Ein paar Beispiele: Die DDR hatte ausdrücklich darum gebeten und zum Teil aktiv angeregt, z.B. die Aufstände in Ungarn und der CSSR nieder zu schlagen und wollte sich daran aktiv beteiligen. Wie bereitwillig Teile der DDR Bevölkerung (z.B. Betriebskampfgruppen) bei der Vorbereitung von Angriffskriegen gegen den Westen beteiligt war, kann man heute in zahlreichen Büchern nachlesen. Zudem war es Honecker und die DDR Führung, der unbedingt in Polen wegen der freien Gewerkschaftsbewegung einmarschieren wollten! Da gab es durchaus Möglichkeiten, Dinge anzuregen und selbstständig Dinge voran zu treiben bzw sich aktiv als Aggressor anzubieten.

    Und soweit ich mich erinnere, hatte die DDR-Bevölkerung im Unterschied zur Führung, mich eingeschlossen, stets große Sympathien für Israel. Mich bedrückt es sehr, dass uns das auch noch abgesprochen werden soll.

    Ich spreche ihnen nicht ab, dass Sie Sympathien für Israel hatten und haben, aber dies auf weite Teile der DDR zu übertragen und Ihr damit einen „Persilschein“ auszustellen, ist falsch. Es erinnert mich sehr an die Aussagen zahlreicher NS Größen, sie hätten ja eigentlich nichts gegen Juden und hätten nur Befehle befolgt. Eichmann ist ein Beispiel dafür. Nach 1945 gab es auf einmal keine Nazis und Antisemiten mehr, alle hatten nur Befehle befolgt, und alle hatten Erinnerungslücken!
    Vielleicht sollten Sie mal in der Literatur nachsehen, wie man in Ostdeutschland mit Tätern der NS Diktatur umging. Sie werden bestürzt sein, wieviel Täter dort beschützt und gefördert wurden, auch von dem mit zahlreichen Personen jüdische Herkunft besetzten Politbüro.
    Und noch eine Bemerkung hinterher: Ich bin ab 1984 regelmäßig in der DDR gewesen, ich kenne die Realitäten noch. Ich finde es zutiefst unmoralisch, diese menschenverachtende antisemitische Diktatur im Nachhinein zu relativieren. Die Fakten sprechen für sich!

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