Der ewige Antisemit

Dokumentarfilm
120 Minuten Deutschland, 2017
Buch und Regie: Henryk M. Broder, Joachim Schroeder
Henryk M. Broders Der ewige Antisemit war eines der kontroversesten Bücher der 80er Jahre – aufgrund einer einstweiligen Verfügung wurde es kurzzeitig aus den Buchhandlungen genommen.
Es löste heftige Reaktionen aus, weil es nicht den lassischen
Antisemitismus der judenfeindlichen Rechten beschrieb, sondern den Antizionismus im linken und fortschrittlichen Milieu enttarnte.
Heute, mehr als 30 Jahre später, ist auch die Neuauflage von 2005 längst vergriffen. Antisemitismus und Antizionismus haben nichts von ihrer Virulenz verloren, im Gegenteil, sie haben sich von den Rändern der Gesellschaft zur Mitte hin verlagert und verbünden sich häufig mit dem muslimischen Antisemitismus, den sie notorisch verharmlosen oder bestreiten, ein Phänomen, das vor allem auf Seiten der politischen „Linken“ verbreitet ist.
Es war also längst höchste Zeit für eine filmische Analyse des
ewigen Antisemiten und so entstand dieses Road-Movie, in dem Broder, Leon de Winter, Hamed Abdel-Samad und ihr chauffierender Produzent Joe Schroeder in wechselnden Konstellationen nach Dresden, Paris, Naumburg, Hildesheim, München und Malmö fahren, um herauszufinden, was die Ereignisse der letzten Jahre für die Juden, die noch in Europa leben, bedeuten.
Montag, 19. November 2018, 20.15 Uhr, Eintritt 6,– €
Schroeders aktueller Spielfilm Kill Me Today. Tomorrow I’m Sick!, eine „schockierende schwarze Komödie“ (Abdel-Samad), ein großartig umgesetztes Spiel „zwischen Drama, Gewalt, Humor und Politik“ (Dominik Graf), gewann gerade den Silver Zenith auf dem Montréal World Film Festival.

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