Es geschah in Aachen … Aufbau. Zerstörung. Neubeginn

Ausstellung zum 80. Gedenktag der Synagogenbrandstiftung

Wenn auch Menschen jüdischen Glaubens seit der Zeit Karls des Großen in Aachen lebten, erreichten sie ihre rechtliche Gleichstellung erst im 19. Jahrhundert. 1862 errichtete die Jüdische Gemeinde ihre Synagoge am Promenadenplatz. Auch wenn es
damals schon vereinzelt Antisemitismus gab, lebten die jüdischen und christlichen Aachener in guter Nachbarschaft. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 änderte sich die Lage der jüdischen Bevölkerung von Grund auf. Der Antisemitismus wurde nun von staatlicher Seite betrieben. Ausgrenzung und Entrechtung folgten.
1938 erreichte diese Politik in der Pogromnacht vom 9./10. Novembereinen Höhepunkt. Überall in Deutschland wurden mehr als 1 400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe
zerstört. Etwa 400 Menschen wurden ermordet oder in den Suizid getrieben, Zehntausende wurden verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. Auch die Aachener Synagoge wurde in Brand gesetzt und in der Folge abgerissen. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus wählten Juden Aachen wieder als ihr Zuhause. 1956 errichteten sie in der Oppenhoffallee eine Synagoge. 1995 schließlich entstand am Promenadenplatz,
an derselben Stelle, wo die erste Synagoge zerstört worden war, ein neues repräsentatives Gotteshaus.Die Ausstellung dokumentiert an Hand von Bildern, Dokumenten und Texten schwerpunktmäßig die Ereignisse um die Brandstiftung
und Zerstörung der Aachener Synagoge in der Pogromnacht vom 9. November 1938. Sie geht darüber hinaus auf die Entwicklung des nazistischen Antisemitismus vom „Boykott-Tag” 1933 bis zu den letzten Deportationen aus Aachen in die Vernichtungslager 1944 ein. Neben einem Rückblick auf die Zeit vor der NS-Diktatur endet sie mit einer Dokumentation der Zeit nach 1945. Die Ausstellung wurde zusammen mit Schülerinnen des St. Ursula
Gymnasiums Aachen und dem Förderverein Wege gegen das Vergessen erarbeitet und ist eine Kooperation mit der Stadtbibliothek Aachen, der Jüdischen Gemeinde Aachen und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen.
9. Oktober bis 1. Dezember 2018 182-04022
Eröffnung am Dienstag, 9. Oktober 2018, 15.45 Uhr
Stadtbiliothek Aachen, Couvenstraße 15

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation
der Volkshochschule Aachen und
der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen.
www.dig-aachen.de

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